1. Was muss man tun, wenn man ein Wespennest hat?
Die wichtigste Grundregel lautet: Ruhe bewahren. Ein Wespennest im Garten oder am Dachboden bedeutet nicht automatisch Gefahr. Solange das Nest in ausreichender Entfernung zum Alltag (mindestens 2 bis 3 Meter) liegt und die Flugbahn der Tiere nicht blockiert wird, kann man meist friedlich mit ihnen koexistieren.
Sollte das Nest jedoch an einer kritischen Stelle sitzen (z. B. am Hauseingang, Rolllladenkasten oder im Umfeld von Allergikern und Kleinkindern), gehen Sie wie folgt vor:
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Abstand halten: Nähern Sie sich dem Nest nicht unnötig und vermeiden Sie heftige Bewegungen oder Erschütterungen.
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Flugbahn freihalten: Versperren Sie niemals das Einflugloch.
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Fachrat einholen: Kontaktieren Sie die örtliche Naturschutzbehörde (z. B. das Umweltamt in Augsburg), einen zertifizierten Fachberater für Hornissen und Wespen oder einen professionellen Schädlingsbekämpfer.
2. Entfernt ein Imker ein Wespennest?
Nein, ein Imker entfernt keine Wespennester. Dies ist einer der hartnäckigsten Mythen überhaupt.
Als staatlich geprüfte Imker liegt unsere Ausbildung und Spezialisierung ausschließlich auf der Haltung, Pflege und dem Schutz von Honigbienen (Apis mellifera). Wespen gehören einer völlig anderen Insektenfamilie an. Für die Umsiedlung oder Beseitigung von Wespennestern besitzen Imker weder die rechtliche Befugnis noch die dafür notwendige Spezialausrüstung oder Haftpflichtversicherung.
Wenn Sie ein Wespennest fachgerecht und legal umsiedeln oder entfernen lassen müssen, ist ein zertifizierter Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger) oder ein spezieller Wespenberater der richtige Ansprechpartner. Für den Schutz unserer heimischen Honigbienen und unseren echten Augsburger Bio-Honig sind wir wiederum liebend gerne für Sie da.
3. Ist ein Wespennest meldepflichtig?
Nein, es gibt in Deutschland keine allgemeine Meldepflicht für Wespennester. Sie müssen der Stadt oder dem Landratsamt nicht Bescheid geben, nur weil sich Wespen in Ihrem Garten angesiedelt haben.
Aber Achtung – strenger Naturschutz! Nach § 39 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) stehen alle wildlebenden Tiere – und damit auch Wespen – unter allgemeinem Schutz. Es ist gesetzlich verboten, sie ohne vernünftigen Grund zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ihr Nest darf niemals ohne Genehmigung zerstört oder eigenmächtig entfernt werden. Bei besonders geschützten Arten wie der Hornisse ist sogar eine Ausnahmegenehmigung der Höheren Naturschutzbehörde zwingend erforderlich. Wer ein Nest illegal zerstört, dem drohen empfindliche Bußgelder.
4. Wie lange bleibt ein Wespennest bestehen und wann sind keine Wespen mehr im Nest?
Ein Wespennest ist ein Saisonprojekt, das niemals zwei Jahre lang bewohnt wird.
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Der Zyklus: Im Frühjahr (April/Mai) gründet eine einzelne Wespenkönigin den Staat. Im Hochsommer (August/September) erreicht das Volk seinen Populationshöhepunkt.
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Das Ende im Herbst: Spätestens im Oktober oder November, nach den ersten härteren Nachtfrösten, stirbt das gesamte Wespenvolk inklusive der alten Königin ab. Nur die neu geschlüpften, befruchteten Jungköniginnen überwintern außerhalb des Nestes in morschem Holz oder Erdlöchern.
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Wann ist es leer? Im Spätherbst und Winter befinden sich garantiert keine Wespen mehr im Nest. Das verlassene Nest kann dann gefahrlos entfernt und der Bereich gereinigt werden.
5. Was passiert, wenn man ein Wespennest nicht entfernt?
Wenn das Nest an einer Stelle sitzt, die Sie im Alltag nicht stört, ist die beste Option: Einfach ignorieren.
Wenn Sie das Nest nicht entfernen, passiert Folgendes: Das Volk stirbt im Spätherbst ganz natürlich ab. Das zurückgelassene Nest aus papierartigem Material verfällt im Laufe des Winters durch Witterung und Insektenfraß von selbst oder bleibt als harmlose, leere Hülle zurück. Es dient im Winter manchmal sogar anderen nützlichen Insekten als Unterschlupf.
6. Kommen die Wespen zurück, wenn man das Nest entfernt?
Nein, die Wespen kehren nicht in ein altes Nest zurück. Wespen nutzen ein gebautes Nest grundsätzlich nur für eine einzige Saison.
Jedoch gibt es ein Aber: Wenn ein Nest im Sommer (während der Saison) entfernt wird, ohne dass die Ursache oder der Zugang chemisch oder mechanisch neutralisiert wurde, können verbliebene Rückkehrer-Wespen versuchen, an exakt derselben Stelle ein neues Notnest zu bauen. Zudem orientieren sich Wespenköniginnen im nächsten Frühjahr bei der Suche nach Nistplätzen gerne an Geruchsspuren (Pheromonen) des Vorjahres. Deshalb sollte der Platz nach dem Auszug im Winter gründlich mit Essigreiniger gesäubert und eventuelle Einfluglöcher versiegelt werden.
7. Was tun Wespen, wenn ihr Nest zerstört wurde?
Die Zerstörung eines Nestes löst bei Wespen einen massiven Verteidigungs- und Überlebensinstinkt aus.
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Die Tiere werden hochengrediert, geraten in Panik und attackieren vermeintliche Angreifer im Umkreis sofort, um ihre Brut zu schützen. Dabei stoßen sie Alarmpheromone aus, die weitere Wespen anlocken.
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Sollte das Nest im Frühjahr in der Bauphase zerstört werden, versucht die Königin oft, in unmittelbarer Nähe von vorn anzufangen.
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Hinweis: Versuchen Sie niemals, ein Nest einzuschlagen, auszuspülen oder gar anzuzünden! Das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch strafbar.
8. Was vertreibt Wespen sofort?
Es gibt kein Wundermittel, das ein ganzes Wespenvolk „sofort“ dauerhaft vertreibt, ohne aggressive Gegenreaktionen hervorzurufen. Wer jedoch einzelne Wespen am Kaffeetisch oder auf der Terrasse sofort und sanft vertreiben möchte, greift zu diesen wissenschaftlich erprobten Methoden:
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Feiner Wassernebel (Der Regen-Trick): Sprühen Sie die Wespen mit einer sauberen Sprühflasche mit feinem Wassernebel an. Die Wespen denken, es beginnt zu regnen, und fliegen sofort zurück in ihr Nest.
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Glimmendes Kaffeepulver: Der Geruch von verbrennendem Kaffeepulver (in einer feuerfesten Schale) wird von Wespen gemieden. Der Rauch signalisiert ihnen Gefahr.
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Ätherische Öle: Nelkenöl, Pfefferminzöl und Teebaumöl wirken auf die empfindlichen Geruchsorgane der Tiere abstoßend.
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