Die Herausforderung Melezitose: Wenn Waldhonig zu „Zement“ wird
Obwohl Waldhonig meist flüssig bleibt, gibt es eine markante Ausnahme, die uns Imkern oft alles abverlangt: den Zementhonig.
Dieser entsteht, wenn der Honigtau einen besonders hohen Anteil an Melezitose besitzt – einem speziellen Dreifachzucker. Übersteigt dessen Anteil einen Wert von etwa 10–15 %, geschieht etwas Ungewöhnliches: Der Honig kristallisiert extrem schnell aus, oft schon innerhalb weniger Tage direkt in der Wabe. Er wird steinhart und lässt sich nicht mehr herkömmlich schleudern.
In der BioImkerei Rauscher nutzen wir hier spezielles handwerkliches Fingerspitzengefühl, um diesen seltenen Schatz dennoch schonend zu gewinnen. Dabei garantieren wir konsequent die Rohkostqualität durch eine Verarbeitung stets unter 40 °C.
Häufige Fragen (FAQ) zur Biologie des Waldhonigs
Warum heißt Waldhonig eigentlich Waldhonig? Der Name leitet sich vom Standort der Rohstoffquelle ab. Da die Bienen den Honigtau direkt im Wald von den Bäumen sammeln und nicht auf offenen Feldern, trägt er diesen Namen.
Ist Waldhonig echter Bienenhonig? Ja, absolut. Laut der deutschen Honigverordnung ist Waldhonig (oder Honigtauhonig) eine voll anerkannte und rechtlich geschützte Sorte.
Warum schmeckt Waldhonig so anders? Während Blütenhonig durch ätherische Öle oft blumig schmeckt, ist Waldhonig durch seinen hohen Mineralstoffgehalt und Baumharze deutlich kräftiger, malziger und oft angenehm herb.
Ist Waldhonig technisch gesehen Kot von Insekten? Nein, das ist ein Irrtum. Honigtau ist kein Stoffwechselendprodukt (Kot), sondern ein hocheffizient filtrierter Pflanzensaft. Die Insekten extrahieren Proteine; der abgegebene Honigtau ist im Grunde „veredelter, reiner Baumsaft“.